I love to play, and I think that's the only reason I've been brought into this curious world.

„Schneller – höher – weiter“

„Schneller – höher – weiter“

Diesem von vielen Trompetern und Posaunisten praktiziertem Motto wollte sich der Musiker Karlheinz Höflich nie anschließen. Schon während seiner Studienzeit konnte er sich für die offizielle Lehrmethode, die Blechbläser in der Spielpraxis den Streichern anzugleichen, nicht anfreunden, was ihn relativ schnell dazu bewog, das verschulte Konservatorium wieder zu verlassen, um mit Hilfe diverser praxiserfahrener Privatlehrer seinen ganz persönlichen musikalischen Weg weiterzugehen.

Immer schneller spielen, nur um eine virtuose Parade-Nummer wie Montis Csardas oder Rimski-Korsakows Hummelflug genauso schnell wie ein Geiger zu spielen, war genauso wenig sein Bestreben, wie am „Wettbewerb“ einiger Trompeter teilzunehmen, wer denn nun am höchsten „pfeifen“ kann.

Dass Blechbläser für letzteres – „weiter“ – also sprich: „lauter“ immer berüchtigt waren, hat dem Musiker am wenigsten gefallen. Eine seiner größten Herausforderung war und ist es, zu widerlegen, dass Blechblasinstrumente als alles andere als feinsinnig gelten.

Dem Künstler liegt daran, den Menschen ein anderes Bild von diesen oft verkannten Instrumenten zu vermitteln. Jeder soll hören und erkennen, dass die Blechblasinstrumente nicht nur laut spielen können.

Sowohl als Solist als auch mit seinem Projekt duopoli erschließt er sich als einfühlsamer Musiker und Arrangeur sein eigenes Repertoire von Klassik bis Jazz  (publiziert bei Edizione Cortese ), mit dem er eindrucksvoll diesen Anspruch vertont und das Image-Problem der Blechblasinstrumente im wahrsten Sinne des Wortes spielend aus der Welt schafft.

 

Kornett aus dem Jahr 1868

1868 C. Boosé Cornet (Boosey & Co.)
In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts begann Großbritannien Blasmusiker des europäischen Festlandes zu engagieren, um für sein Militär eigene Regiments(blas-)kapellen zu erstellen. Im Zuge dieser Rekrutierung kam auch der preußische Militärmusiker Carl Boosé in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nach Großbritannien und übernahm die Leitung der altehrwürdigen „Scots Fusilier Guards Band“. Noch um Mitte des 19. Jahrhunderts gab es keinerlei Notenpublikationen für die zahlreich entstandenen Militär(blas-)kapellen, sodass jeder Bandleader seine eigenen – auf seine Kapelle zugeschnittenen – Arrangements schrieb. Carl Boosé setzte hier in den 40er-Jahren des 19. Jahrhunderts einen Maßstab, der für die nächsten Jahrzehnte in Großbritannien gelten sollte, indem er in Eigenregie das „Boosé’s Military Journal“ herausbrachte, worin Musikstücke publiziert und eine feste Militär-Band-Besetzung eingeführt wurde.  Der damals schon landesweit bekannte Notenverlag Boosey & Sons (heute Boosey & Hawkes) startete in den 50er-Jahren seine Zusammenarbeit mit Carl Boosé, indem er nicht nur dessen Militär-Journal publizierte, sondern auch begann, erste Instrumente nach den Entwürfen von Carl Boosé zu bauen. Dies war die Grundsteinlegung für den späteren Weltkonzern Boosey & Co. (nach der Fusionierung 1930 mit Hawkes & Sons: Boosey & Hawkes), der die Bandmusik im gesamten Vereinigten Königreich weltweit bis ins 21. Jahrhundert hinein dominierte. 
Das von Karlheinz Höflich gespielte Kornett nach den Entwürfen von Carl Boosé aus dem Jahr 1868 (s. Foto) zeichnet sich durch einen besonders weichen, harmonischen Klang aus, wie er in der damaligen Zeit – vor der Einführung der brillanter klingenden Trompete – bevorzugt wurde.